Gottes wohltuende Gegenwart
Liebe Leserinnen und Leser,
während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Garten und beobachte die Bienen bei ihrem abendlichen Flug. Eines unserer Kinder hat sich an mich gekuschelt und liegt in meinem Arm, sodass ich nur langsam tippen kann. Doch das empfinde ich nicht als störend – im Gegenteil: Ich genieße diesen Moment der Ruhe und des bewussten langsamen Tuns.
Unser Monatsspruch für September heißt: Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind. (Prediger 4, 6)
Vielleicht könnte man den Gedanken des Monatsspruchs auch so ausdrücken: Eine Hand voll Tun und eine Hand voll Ruhe.
Wie schön wäre es, wenn unser Alltag immer so ausgewogen wäre.
Doch wir kennen auch die anderen Tage. Tage, an denen sich beide Hände zu Fäusten ballen, weil sie alles festhalten wollen: Termine, Arbeit, Verpflichtungen, Verantwortung, Engagement. Vielleicht kommen Ihnen solche Momente bekannt vor. Irgendwann werden die Hände müde. Das krampfhafte Festhalten kostet Kraft und lässt keinen Raum mehr, um Neues zu empfangen – Ruhe, Gottes Stärkung, seine Kraft oder seinen reichen Segen.
Deshalb möchte ich Ihnen Mut machen: Wenn Sie das nächste Mal merken, dass sich Ihre Hände im Stress innerlich zu Fäusten ballen, halten Sie einen Moment inne. Öffnen Sie bewusst eine Hand, atmen Sie tief durch und lassen Sie den Druck los.
Gott erwartet von uns keine dauerhaft geballten Fäuste. Er lädt uns ein, loszulassen, zur Ruhe zu kommen und uns von ihm beschenken zu lassen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele Momente, in denen sich Tun oder Anspannung und Ruhe die Waage halten und Sie Gottes wohltuende Gegenwart erfahren.
Bleiben Sie behütet!
Ihre Sandra Barthel (Raußlitz)
vom