Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder!
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir kommen von Ostern her. Die Sonntage nach Ostern waren geprägt von Freude und Hoffnung. Nun gehen wir wiederum hinein in die hellste Zeit des Jahres. Die langen, warmen Abende laden ein zur Gemeinschaft und zum Feiern. Die Luft ist gesättigt von Blütenduft. Im Angesicht der mich umgebenden Natur denke ich: "Es ist fast wie im Paradies". Wenn ich nicht hier wohnte, würde ich sagen: „Hier könntest du Urlaub machen“.
Nein, das alles ist nicht nur "wie ein Wunder", es ist ein Wunder, ein Wunder Gottes! Können wir uns trotz der Spannungen unserer Zeit darüber noch freuen? Was liegt uns auf den Lippen? Ist es immer noch das „alte Lied“, das wir singen: „Wie war das damals alles besser!“, „Hier kannst du sowieso nichts ändern, hat allemal keinen Sinn, sich zu engagieren“, „Diese Welt ist nicht zu retten – lebe - was nach dir kommt, kann dir doch egal sein“ … Können wir als Oster-Christen wirklich in solch „alte Lieder“ einstimmen?
Im Psalmvers heißt es: „Singet dem Herrn ein neues Lied!“. Ob es da um die Jahreszahl geht, in der ein Lied entstanden ist? Ich bin überzeugt, dass hier viel eher eine Grundhaltung gemeint ist, eine Grundhaltung, die eben nicht immerzu einstimmt in das „alte Lied“, sondern von Hoffnung getragen ist, dass uns der auferstandene Christus immer wieder neues Leben einhauchen kann. Eine Haltung, die mit offenen Augen sich freuen kann über die unglaublichen Wunder, die Gott heute noch tut, die uns täglich umgeben.
1956 hatte der damalige Rüsseinaer Pfarrer Walter Johne einen Posaunenchor gegründet, sicher auch in jugendlichem Elan. Es waren keine Glanzzeiten, weder in der Gesellschaft noch in der Kirchgemeinde. Gründe zur Klage gab es damals viele. Und doch setzte er mit der Gründung des Posaunenchores ein klares Zeichen: Wir bringen unsere Hoffnung zum Klingen. Deutlich hörbar sollte es sein, nicht nur in der Kirche, sondern auch auf Straßen und Plätzen. 70 Jahre sind seitdem vergangen. Im Juni (am 20. und 21.06.) feiern wir dieses Jubiläum. Im Kirchenboten wird darauf noch einmal extra hingewiesen. Kommen Sie, feiern Sie mit uns zusammen! Das wäre das schönste Geburtstagsgeschenk für den Posaunenchor. Wir feiern nicht uns selbst, wie feiern Gott, der so viele Wunder an uns getan hat!
Eine behütete Zeit wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer i. R. J. Hahn
vom